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Textsorbet - Volume 1

Die Dichterwettstreit deluxe Anthologie

von Elias Raatz (Autor) Kai Bosch (Autor) Jan Cönig (Autor) Bühnenduo Einfach so (Autor) Andrea Maria Fahrenkampf (Autor) Hank M. Flemming (Autor) Maron Fuchs (Autor) GAX Axel Gundlach (Autor) Lena Hofhansl (Autor) Patrick Höll (Autor) Richard König (Autor) Tonia Krupinski (Autor) Malte Küppers (Autor) Ivica Mijajlovic (Autor) Philipp Multhaupt (Autor) Elias Raatz (Herausgeber) Christian Rehn (Autor) Luis Schulz (Autor) Marina Sigl (Autor) Philipp Stroh (Autor) Marvin Suckut (Autor) Julia Szymik (Autor) Anna Teufel (Autor) Stefan Unser (Autor) Daniel Wagner (Autor) Oliver Walter (Autor) Joachim Weiß (Autor) Artem Zolotarov (Autor) Sylvie le Bonheur (Autor)

2019 0 Seiten

Leseprobe

Mit Beiträgen von

Sylvie le Bonheur • Kai Bosch
Jan Cönig • Einfach So
Andrea Maria Fahrenkampf • Hank M. Flemming
Maron Fuchs • GAX Axel Gundlach
Lena Hofhansl • Patrick Höll
Richard König • Tonia Krupinski
Malte Küppers • Ivica Mijajlovic
Philipp Multhaupt • Elias Raatz
Christian Rehn • Luis Schulz
Marina Sigl • Philipp Stroh
Marvin Suckut • Julia Szymik
Anna Teufel • Stefan Unser
Daniel Wagner • Oliver Walter
Joachim Weiß • Artem Zolotarov

Herausgegeben von

Elias Raatz

Der 1997 geborene Veranstalter, Moderator, Autor und Slam Poet Elias Raatz ist Gastgeber verschiede­ner Kleinkunstveranstaltungen. Im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe Dichterwettstreit deluxe entstand dieses Buch, bestehend aus unterschiedlichen Texten der erfolgreichsten, bei seinen Veranstaltungen aufgetretenen, Poetinnen und Poeten.

Elias Raatz (Hrsg.)

Textsorbet

Die Dichterwettstreit deluxe
Anthologie

Logo

2., überarbeitete Auflage 2020
© 2019 Dichterwettstreit deluxe | 78054 Villingen-Schwenningen
www.dichterwettstreit-deluxe.de

Umschlaggestaltung: T-Sign Werbeagentur

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

ISBN Taschenbuch: 978-3-9820358-0-2
ISBN E-Book: 978-3-9820358-2-6



„Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.“

Charlie Chaplin

Inhalt

Vorwort:
Uber den Titel und weitere Gedanken
Elias Raatz

Wie es dazu kam, dass Elias Raatz seinen ersten Sohn nach mir benannte
Hank M. Elemming

Nichts Neues
Artem Zolotarov

Die Arbeit in Zeiten der Selbstverwirklichung
Lena Hofhansl

Kinderwunsch
Malte Küppers

Am Ende ist alles gut
Marina Sigl

Der Tag, an dem die Welt unterging
Ivica Mijajlovic

Dein Feind, der Baum
Sylvie le Bonheur

Meine kleine Depression
Patrick Höll

Kranke Welt
Tonia Krupinski

Volker, hör die Signale!
Oliver Walter

Neujahrsvorsätze
Kai Bosch

Rainer & Klaus
Philipp Stroh

Wanderer
GAX Axel Gundlach

Der Reisbrei kann nix dafür
Stefan Unser

Zwei Würfel
Anna Teufel

Zu viele Köche
Richard König

Tabea
Marvin Suckut

Zukunft. Glück. Karriere.
Elias Raatz

Das Land der wilden Worte
Einfach so

Des Freundins neue Kleider
Luis Schulz

Liste wahlloser Erinnerungen
Philipp Multhaupt

Baustellenabgrundplanken
Julia Szymik

Eine Geschichte
Daniel Wagner

Oh Lucy
Andrea Maria Fahrenkampf

Fernbedienung fürs Leben
Maron Fuchs

Ich-auch-Gedicht
Christian Rehn

Heldenreise. Oder von einem, der auszog, um Spaghetti zu kochen
Joachim Weiß

Liebesbrief
Jan Cönig

Nachwort:
Über helfende Menschen und Menschinnen
Elias Raatz

Vorwort:
Über den Titel und weitere Gedanken

Von Elias Raatz

Textsorbet. Ein Buchtitel, der erstmal nichts aussagt, aber doch für viele verschiedene Dinge und Inhalte dieses Buches steht. Entstanden ist die Idee des doch eher absonderlichen Titels auf einem lan­gen Weg, der kein leichter war und zudem steinig und schwer, wie es vielleicht aluhuttragende Reichs­spinner sagen würden.

Ich möchte diese einleitenden Worte nutzen, um von der Unzurechnungsfähigkeit des Kleinhirns zu berichten, die maßgeblich dazu beigetragen hat, dass meinen Mitstreitern und mir anfangs wirklich nichts Sinnvolles einfiel, um dieses Buch mit einem glanzvoll-euphorisch-fesselnden Namen in die weite Welt hinauszulassen. Begeben wir uns also auf eine gemeinsame Reise zu den kreativen Ergüssen, die abschließend in dem heutigen Titel endeten…

Die lange Liste der Titelvorschläge nach mehre­ren Zyklen der Überlegungen war zum einen noch ohne den heutigen Titel „Textsorbet“ und zum an­deren eine große Lüge. Es sei nämlich erwähnt, dass „lange Liste“ wohl ein wenig überspitzt war, schließlich waren jegliche Vorschläge im Vorfeld entweder schon vergeben oder vom Intelligenzkol­lektiv meiner engsten Vertrauten abgelehnt worden.

Es waren meiner Meinung nach auch eher we­niger respektable Titelideen mit an Bord des von der Erfolgsskala des Hamburger SV geprägten Kreativi­tätsdampfers.

Anfangs faszinierte mich und meine Mitstreiter die Idee „Kunstphrasen“ – mein persönlicher Wortspiel-Fetisch ist schließlich regional bekannt und in Gesprächen mit mir aufgrund eines sofortigen Niveauabfalls der Konversation ebenso verhasst. Grundsätzlich möchte ich neben meiner Schwäche für Wortspiele festhalten, dass ich eigentlich gut Mitmenschen umgehen kann.

So, haben Sie´s verstanden: „Mitmenschen umgehen“ und „mit Menschen umgehen“? Ha!

Bevor Sie aber dieses Buch nach der voran­gegangenen geistigen Sprachvergewaltigungshölle wieder zuschlagen, möchte ich Ihnen garantieren, dass es auf den folgenden Seiten besser wird! Wenn schließlich die Erwartungen von Anfang an nied­rig gesetzt sind, kann es ja nur noch bergauf gehen. Wobei das auch nicht ganz stimmt, wie an der SPD derzeit exemplarisch zu sehen ist.

Zurück zum Thema: Der „Kunstphrasen“ wur­de natürlich nicht nur von diesem Vorschlag „be­spielt“, sondern unter anderem auch kurzzeitig vom Titel „Poetry Spam – die Anthologie“. Dies wurde allerdings recht schnell verworfen, schließlich ist nichts an diesem Buch „Spam“ und möchte – trotz des tollen Wortspiels – eben nicht mit einem Exemplar der BILD-Zeitung gleichgesetzt werden.

Wer nun dachte, nach diesen beiden bereits vor­gestellten Prachtexemplaren der schöpferisch-er­findungsreichen Geistigkeit meiner Mitstreiter und mir, bessere Titel-Erleuchtungen vorgestellt zu be­kommen, irrt! Mit kaffeeverseuchten Köpfen sind uns beim Brainstormen weitere hochkarätige Ideen wie „This is Poetry!“, „Texte schlamen“ oder „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und die­ses Buch kaufte“ eingefallen.

Dennoch waren wir anfangs froh, als uns neue Einfälle kamen, doch wurden eigentlich nur sowieso schon schlechte Ideen einfach durch etwas noch Schlechteres ersetzt, was mich ein wenig an das neue Parteiprogramm der AfD erinnert…

Ich meine, mit „This is Poetry!“ eine komplett sinnfreie Anspielung auf diesen eingeölte Männer mit aufgemalten Bauchmuskeln thematisierenden Film heraufzubeschwören ist doch genauso sinnfrei wie das Wortspiel zwischen „slammen“ und „schlemmen“ – wobei mich der Gedanke daran anfangs durchaus ein wenig erregte.

Grundsätzlich wird das alles nur durch diese höchste Kunst der Satire übertroffen, einfach einen bisher erfolgreichen Titel zu nehmen, ein wenig umzuändern und dann zu hoffen, dass das Buch deswegen gekauft wird. Ein wenig also wie beim Filmstudio „The Asylum“, das durch grandiose Pro­duktionen wie „Transmorphers“, „30.000 Meilen unter dem Meer“ oder ganz dreist „Thor – der All­mächtige“ die Massen begeistert.

Bis heute bin ich übrigens der festen Überzeugung, diese Ideen stammen allesamt von meinen Mitstreitern, doch es wird vehement geleugnet, Teil dieser perfiden Kreativitätsausdünstungen gewesen zu sein. Meine deutlich erkennbare Handschrift auf einschlägigen Vorschlägen spricht bei nachträglicher Prüfung allerdings gegen mich. Da scheine ich etwas verdrängt zu haben, für das ich mich wohl im Nachhinein ein wenig geschämt habe. Schon Freud hat in seinen Forschungen der Psychoanalyse erkannt, dass die Verdrängung ein ganz natürlicher Abwehrmechanismus ist, der dem Menschen das seelische Überleben garantiert, indem er tabuisierte und traumatische Geschehnisse vom Bewusstsein fernhält – womit dann auch der Bildungsauftrag dieses Buches erfüllt wäre!

Das mit dem Verdrängen stimmt: Mit dem Wis­sen, dass diese Ideen doch aus mir herausgekrochen sein könnten, wäre zumindest der Künstler in mir mit sofortiger Wirkung gestorben. Nicht nur das, er hätte sich wahrscheinlich während dem Fallen nach dem Sprung vom Burj Khalifa auf einen von mit Gift beschmierten Nadeln übersäten Boden noch die Pulsadern aufgeschnitten.

Doch wie in jedem Film mit Hugh Grant am Ende der Protagonist noch die Liebe seines Lebens findet, haben wir für dieses Buch den passenden, den perfekten Namen gefunden: Textsorbet.

Dieser Name ist nicht nur ein Titel, er ist zu­gleich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Er ist Melancholie und Manie. Er ist lustig, ein wenig lyrisch und regt zum Nachdenken an. Er ist ein Sinnbild für süß und fruchtig, gepaart mit ganz viel Text. Er ist Liebe, Hass, Hassliebe und Tinder. Er ist Zuversicht und Verzweiflung.

Der Titel Textsorbet ist quasi der Inbegriff des­sen, was Sie in diesem Buch erwartet: Eine Samm­lung der besten Texte von wundervollen Poetinnen und Poeten, wobei ich die große Ehre hatte, diese zusammenzutragen und zu veröffentlichen.

Genießen Sie dieses Textsorbet, lassen Sie es sich auf der Zunge zergehen, lächeln Sie, runzeln Sie die Stirn und weinen vielleicht sogar die ein oder andere Träne.

Für Ihre Reise durch diese 28 verschiedenen, jeweils einzigartigen Texte wünsche ich Ihnen viel Spaß, gute Unterhaltung und niemals müde Augen.

Ihr Elias Raatz

Wie es dazu kam, dass Elias Raatz
seinen ersten Sohn nach mir benannte

Von Hank M. Flemming

Als der Radiowecker angeht und sich die hochgepitschte, glattpolierte und totkomprimier­te Gröhlstimme der räudigen Koksnutte Rihanna wie ein rostiges Sägeblatt in meinen vereiterten Ge­hörgang fräst, wird mir bewusst: Heute habe ich so richtig schlechte Laune. So eine „alles ist sinnlos, ich scheiße auf mein Leben und werde Fan vom VfB“-Laune.

Langsam krieche ich aus dem Bett, robbe in die Küche und brühe mir einen Kaffee auf. Er schmeckt zum Kotzen, wie ein Aufguss vom Aschenbecher. Normalerweise jedenfalls. Heute ist er gar nicht mal so schlecht, wie ich dann feststellen muss – fast so­gar richtig lecker. Das ärgert mich, weil ein gelunge­ner Kaffee ums Verrecken nicht zu meiner schlech­ten Laune passt.

Ich schalte das Radio an. Frieden im Nahen Osten: Juden, Christen und Muslime tanzen Re­genbogenflaggen schwenkend zusammen durch die Altstadt von Jerusalem; Vladimir Putin persönlich eröffnet in Moskau eine Gay-Pride-Parade, nackt auf einem rosa Einhorn reitend; Großbritannien ist raus aus der EU und tritt dem Auenland bei und die Queen wurde ausgestopft und vollverschleiert. Recep Erdogan ist zurückgetreten, um ein bisschen zu entschleunigen und sich nun ganz der Ziegenzucht zu widmen, während die USA ihre eigene Auflö­sung bekannt geben, weil Donald Trump irgendwo den falschen Knopf gedrückt hat. Sämtliche Atom­raketen dieser Welt werden zusammen mit Xavier Naidoo, Mario Barth und Jens Spahn zu einem neu entdeckten Kleinplaneten am Rande des Sonnen­systems geschossen, wo sie in sicherer Entfernung kontrolliert detonieren.

„Scheiße“, denke ich, „dieser verdammte Frie­den! Der gefährdet Arbeitsplätze in der Rüstungs­industrie und das ist schlecht für die Wirtschaft. Dann haben wir wieder Krise, Krise, Krise. Bloß, weil sich jetzt alle an den Händen fassen und Blu­men pflücken anstatt anständig zu kämpfen. Mal ganz abgesehen davon macht diese ganze Hippie­scheiße meine schlechte Laune kaputt!“

Der Nachrichtensprecher fährt währenddessen ungerührt fort: „Cannabis weltweit legalisiert, Erz­gebirge Aue gewinnt den DFB-Pokal und die Mu­sikkapelle Revolverheld kommt bei einem Unfall mit dem Tourbus auf grausame Art ums Leben.“

„Was soll der Scheiß?“, brülle ich mein Radio an, „ich habe schlechte Laune und will mich gefäl­ligst aufregen!“

Aber der Nachrichtensprecher macht immer noch weiter und verkündet voller Wonne, dass es heute mal keinen Stau auf der A8 gebe, sowohl der Berliner Flughafen als auch Stuttgart 21 am Wochenende feierlich eröffnet werden würden und dass das Wetter die nächsten drei Monate fantas­tisch werden solle. Dann spielen sie Happy.

Angewidert kippe ich den Rest meines Kaffees hinunter und verlasse die Wohnung. Im Treppen­haus begegne ich der biodinkel-vollkorn-verstärk­ten, leibhaftigen Verkörperung des Schwabentums: Meinem Vermieter.

„Gude Neuigkeite“, sagt er, „Sie bekommet etzetle eine richtige Heizung, wegen Naturschutzauf­lagen, damit die armen Ratten nimmer erfriere! Die Miete werde ich Ihnen natürlich trotzdem net er­höhen, sondern senken, weil mir klar geworden ist, dass ich Sie seit Jahren schamlos abgezockt habe.“

Er versucht, mich mit Geldscheinen zu bewer­fen, aber ich moonwalke elegant an ihm vorbei raus auf die Straße, wo ich bemerke, dass mein Telefon klingelt.

Oh. Opa ist tot. Ich erbe ein ganzes Zimmer mit Möbeln und Wandverkleidungen komplett aus Bernstein, welches er vor 70 Jahren im Urlaub gefunden hat. Ach Opa, ein echter Sachse – können nüschd wegschmeißen…

Bevor ich das Telefon zurück in die Hosentasche stecken kann, damit die elektromagnetische Strah­lung weiter meine Spermien abkocht, ruft die Ex­freundin an. Sie will mich immer noch nicht zurück, aber sie verspricht hoch und heilig, endlich damit aufzuhören, mir mit Menstruationsblut geschrie­bene Briefe zu schicken oder mitten in der Nacht schwedische Übersetzungen meiner eigenen Texte auf die Mailbox zu rülpsen. Dann ruft sie ganz laut „PENIS“, weil sie weiß, dass es immer irgendeinen hängengebliebenen Penner im Publikum gibt, der sowas bei einem Poetry Slam lustig findet.

Ich hingegen könnte kotzen. Diese verdammte Scheißwelt lässt mich einfach nicht in Ruhe schlech­te Laune haben. Naja, denke ich, heute Abend beim Poetry Slam, da wird diese verdammte Glückssträh­ne garantiert das Gleiche tun wie das Gummi mei­ner Eltern vor 31 Jahren.

Dummerweise habe ich kurz vorher noch die ultimative Erleuchtung und schreibe spontan und ohne auch nur ein Wort durchzustreichen den per­fektesten Text aller Zeiten, trage ihn vor wie ein sehr, sehr kleiner Johann Wolfgang von Goethe auf Crystal Meth und kann mich hinterher vor Auto­grammwünschen, Groupies und Verlagsangeboten nicht mehr retten.

Der Veranstalter Elias Raatz klopft mir auf die Schulter und fragt, ob er in Zukunft mit meinem Gesicht auf Plakaten für seine Veranstaltungen werben, einen Text von mir in seiner Poetry Slam Anthologie abdrucken und seinen ersten Sohn nach mir benennen dürfe.

Ich aber schlage ihn mit dem Mikrofonständer nieder, brülle, dass er mir gefälligst meine schlechte Laune lassen solle, beleidige noch ein bisschen das Publikum, weil die alle sowieso keinen Geschmack haben, ziehe meine Hose wieder an und gehe nach Hause. Dort wache ich erleichtert auf…

Es war alles nur ein böser Traum! In Wirklich­keit ist alles wie immer. Und gerade deshalb ist es vielleicht keine schlechte Idee, an eine bessere Welt zu erinnern. Denn:

Der IS, Kim Jong-un,
Donald Trump, die CSU,
Lord Voldemort und Sauron,
Darth Vader, Höcke, Gauland,
können uns nur so lange betören,
wie wir ihnen zuhören.
Wenn wir nicht mehr niederknien jeden Abend
vor denen, die nix zu bieten haben
außer Dummheit und Kommerz,
außer Stumpfsinn, Hetze, Schmerz,
wenn wir die Spinner, die nur hassen,
schlicht ins Leere quatschen lassen…

…dann,
…ja dann,
…hätte ich bald nix mehr,
worüber ich mich aufregen kann.

Nichts Neues

Von Artem Zolotarov

Ich schaue kaum noch aus dem Fenster,
dort gibt es eh nichts Neues mehr.
Die Schatten brauner Gespenster
erstarken im gehetzten Meer
aus Ignoranz, mit Angst als Waffe,
gerichtet gegen Menschlichkeit,
denn wir sind leider zu viel Affe
und die Banane ist nicht weit.
Wird schnell gefressen, ist doch lecker,
und sättigt rasch die arge Not.
Wir streiten nicht über Geschmäcker,
wir fressen aus dem Angebot.

Was hat sich denn bitte verändert;
Geschichte, die sich zyklisch dreht?
Wir haben alles durchgegendert
und zu den Akten abgelegt.
Wer dirigiert die Meinungsmassen,
von links, von rechts und aus dem Krieg?
Im Egowahn den Hass verfassen,
weil´s scheinbar keine Grenzen gibt.

Der Krieg mit sich ist meist am schwersten
und viele geben kampflos auf.
Verschanzen sich bis Bunker bersten,
verharren im gehetzten Lauf.
Von Pflicht, Vergnügen, Pflicht und Schulden:
In Emotion und Kontostand.

Die Existenz hängt an den Börsen,
dort kauft man Leben, Öl und Land.
Benzinpreis fällt ins Bodenlose,
wir fracken uns um den Verstand.
An jeder leeren Coladose
hängt Leben, Öl und eine Hand,
die jeden Tag an Hunger leidet
und diese Masse wächst geschwind.
Was uns von ihnen unterscheidet?
Der Zufall, der das Land bestimmt,
in dem ein Kind der Welt begegnet.

Indem es lernt und wiederholt,
was ihm der große Mann entgegnet,
der wiederum sein Wissen holt
aus Tradition, Kultur und Sitte.
Gerade haben wir das Glück
und es soll keiner ändern, bitte.
Hier gibt´s kein Vor und kein Zurück,
der Status quo soll einfach bleiben.
Wir merkeln uns schon sicher durch,
aber wenn Merkel was entscheidet,
da bricht sie aus, die große Furcht.

Und Affen zittern um Bananen,
ob morgen eine höher hängt?
Der Primat fängt an zu ahnen,
Gerücht und Vorurteil vermengt.
Dazu ein wenig überreife,
schon etwas braune Früchtepracht.
Alternativen, leicht zu greifen:
Mit faulen Sprüchen an die Macht.
Aber Geschichte geht in Zyklen,
die Fakten füllen Akten schwer.
Dort stehen auch die ganzen Mythen,
mit denen damals Albert Speer
und Co. gerüstet haben sollen.

Aber wer weiß das so genau,
was die uns da erzählen wollen?
Verrückt, wer denen alles glaubt:
Die Lügenpresse druckt die Bücher,
gegendert ja und schlimmer noch;
da binden uns bald ihre Tücher
Muslimas gleich um unsren Kopf.

Das lernen unsre armen Kinder in der Schule,
werden da verdummt.
Sie folgen diesen Judenschindern
vor denen unser Volk verstummt.
Aber wir nicht, wir wählen Führer,
die noch dem Deutschen dienlich sind.
Mit uns bleibt alles so wie früher,
wir sind zur Übermacht bestimmt.
Die werden es noch bitter büßen,
an unsren Frauen U-A-A-A.
Wir werden sie mit Waffen grüßen,
an Grenzen schießen U-A-A-A.

Ich schaue kaum noch aus dem Fenster,
dort gibt es eh nichts Neues mehr.
Die Schatten brauner Gespenster
erstarken im gehetzten Meer
aus Ignoranz, mit Angst als Waffe,
gerichtet gegen Menschlichkeit,
denn wir sind leider zu viel Affe
und die Banane hängt nicht weit.

Wie Goethe sagt:
Moderner Krieg, solang er dauert,
macht viele unglücklich. Und dann
niemanden glücklich, wenn er endet.
Was man daraus erkennen kann?
Wohl viel und nichts: Es sind nur Zeilen,
die heute wohl kaum einer liest,
weil sie in alten Schränken weilen,
die uns der Alltagswahn verschließt.

In Zeiten, wenn man keine Zeit mehr
dafür hat, sich zu besinn´n,
ist es kein Wunder, dass wir treiben
im Meinungsmeer, vom Strom bestimmt,
der Ignoranz, mit Angst als Waffen,
gerichtet gegen uns ertränkt.
Kein Ufer scheint die Flut zu raffen
und niemand, der uns Rettung schenkt.
Wir flüchten vor uns selbst und werfen
mit Hass, Rassismus, Vorurteil,
wie Affen mit der eigenen Scheiße
und werden immer brauner, weil
hysterisch heischende Verhetzer
die Stimmung heizen in dem Land.

Bis es letztendlich falsche Ketzer
endgültig setzen unter Brand.
Die wahre Last liegt wohl bei denen,
die alles sehen und verstehen.
Die Dinge dulden und hinnehmen,
so wie sie eben grad geschehen.
Was bleibt am Ende noch zu sagen?
Wird sich Geschichte wiederholen?
Was nützen diese leisen Fragen
gegen die lärmenden Parolen,
die grade wieder durch die Straßen marschieren
und mit Hass bombardieren?
Sind wir nun von Vernunft verlassen?
Was wird in diesem Zoo passieren,
wo affenähnliche Gestalten
sich aufrecht gehend menschlich fühlen?
Wie sich die Massen wieder spalten
und hasserfüllte Laute brüllen.

Ich schaue kaum noch aus dem Fenster,
dort gibt es eh nichts Neues mehr.
Die Schatten brauner Gespenster
erstarken im gehetzten Meer
aus Ignoranz, mit Angst als Waffe,
gerichtet gegen Menschlichkeit,
denn wir sind leider zu viel Affe
und die Banane hängt nicht weit.

Die Arbeit in Zeiten der
Selbstverwirklichung

Von Lena Hofhansl

Nach acht Semestern, die ich mich sanft habe durchs Studium treiben lassen, muss ich dann schlussendlich meine Bachelorarbeit schreiben. Da­bei finde ich allerhand Neues über mich heraus.

Erstens: Ich kann nicht schreiben. Ich schreibe wie die 16-jährige Realschülerin, die ich nie ganz aufgehört habe zu sein. Das einzig kluge Wort, das mir einfällt, ist „sukzessiv“, also benutze ich es in jedem zweiten Satz, obwohl ich nicht mal wirklich weiß, was es eigentlich bedeutet.

Zweitens: Die Bachelorarbeit sorgt dafür, dass ich alle möglichen Dinge erledige, die ich monatelang herausgezögert habe. Ich rufe bei der Krankenver­sicherung an, gehe zum Zahnarzt, lasse mir im Ha­gelsturm erklären wie man eine Autobatterie wech­selt und putze die Heizungslamellen. Alles kleine Aufgaben, mit denen ich mich vor einer größeren Aufgabe drücke. Um die Bachelorarbeit zu schrei­ben bräuchte ich also eine noch größere Aufgabe, vor der ich mich dann mit der Bachelorarbeit drü­cken kann.

Ich glaube, ich brauche ein Kind.

Irgendwann schaffe ich es, die Arbeit abzugeben und erwarte die „Verteidigung“ eben dieser Arbeit.

Sechs Wochen nach Abgabe der Thesis, nach­dem man alles Menschenmögliche getan und in sich reingesoffen hat, um die vietnamkriegsähnlichen Flashbacks der letzten Monate unter Kontrolle zu bringen (zum Beispiel: Ich, wie ich mit 36 Büchern die Rolltreppe der U-Bahn-Haltestelle Charlotten­platz herunterfalle; Ich, wie ich merke, dass ich vier Wochen lang falsch zitiert habe und den Laptop an die Wand schmeiße; Ich, wie ich mich nachts in den Schlaf weine), muss man diesen Schrieb aus der Höl­le auch noch verteidigen.

Dann fragen die Prüfer Dinge wie: „Wieso ha­ben Sie sich für diese Methode entschieden?“

Was soll man denn da sagen? „Keine Ahnung, ich war die Hälfte der Zeit sukzessiv auf Red Bull und Koffeintabletten um mich hochzuputschen und den Rest der Zeit habe ich mit einer Überdosis Baldrian versucht, mich zum Schlafen runterzusedieren.“

Zum Ende meines Studiums stelle ich fest, dass ich alles falsch gemacht habe. Ich habe irgendet­was mit Grafik studiert, was in der Hierarchie der schlechtesten Jobs nur knapp über Friseuren steht. Damals dachte ich: „Toll! Endlich kann ich mich selbst verwirklichen! Was sind denn materielle Be­sitztümer gegenüber Erfahrungen?“

Heute prügele ich mich mit einem Obdachlosen im Schlosspark um eine Pfandflasche.

Wieso habe ich nichts „Richtiges“ studiert? Et­was mit einem hochtrabenden Namen wie Kyber­netik, Maschinenbau oder Biochemie? Das wäre feministisch gewesen, dann könnte ich meinen Freundinnen beim Filmabend den Flächeninhalt der Partypizza ausrechnen oder meiner Oma zum Geburtstag eine kleine Bombe bauen, mit der sie den Briefkasten der Studenten-WG nebenan in die Luft sprengen kann.

Aber ich habe Grafik studiert. Ich weiß also nichts über Mathe, Physik oder darüber, wie man ei­nen Schrank zusammenbaut, kenne mich dafür aber mit Komplementärfarben aus. Naja, solche Leute muss es schließlich auch geben.

Zwei Wochen nach erfolgreich abgeschlosse­nem Studium sitze ich im Arbeitsamt und flüstere der Frau mir gegenüber ein: „Was soll ich tun?“, über ihren Schreibtisch.

Sie kneift die Augenbrauen zusammen und reibt sich die Schläfe, als würde allein meine Anwesenheit ausreichen, um ihr Kopfschmerzen zu bereiten: „Naja… Sie können vielleicht Volontärin werden.“

„Volontärin? Ah ja, was ist das?“, erwidere ich achselzuckend.

„Als Volontär gehen Sie in einen Betrieb oder eine Agentur und arbeiten 18 Monate lang 60 Stunden die Woche. Man erzählt Ihnen, Sie seien noch in der Ausbildung und bekämen deshalb nur 800 Euro im Monat. Sie sind der Chef Ihres Teams und unter Ih­nen gibt es noch zwei ahnungslose Praktikanten. Es ist hart. Viele scheitern, einige werden wahnsinnig, manche laufen Amok und zünden den Betrieb an. Aber nach diesen 18 Monaten haben Sie neben einer Panikstörung und Burnout auch die besten Chan­cen irgendwann einmal fest angestellt zu werden“, berichtet sie ohne jegliche Regung irgendwelcher Emotionen in ihrem Gesicht, „mit Festanstellung arbeiten Sie dann Ihr ganzes Leben 45 Stunden in der Woche. Man erzählt Ihnen, dass es Grafiker wie Sand am Meer gibt und deshalb bekämen Sie nur Mindestlohn. Sie sind der Chef Ihres Teams und koordinieren einen suizidgefährdeten Volontär und zwei ahnungslose Praktikanten. Es ist hart. Sie be­kommen wegen der Arbeit am Rechner einen Rü­cken wie Quasimodo und Minus 8 Dioptrien. Aber irgendwann sind Sie tot und dann wird man Sie end­lich in Ruhe lassen.“

Dazu drückt sie mir einen Bewerbungsratgeber für „young professionals“ in die Hand und scheucht mich hinaus.

Der Ratgeber hat den einladenden Titel:

It is a long way to the top if you wanna be a senior associate key account manager.

In diesem Ratgeber steht, dass ein neues Ar­beitszeitalter angebrochen ist. Arbeiten heißt, zu­mindest in unserer Gesellschaft, nicht mehr rußver­schmiert im Bergwerk zu wühlen, sondern in einem „tollen Team“ im Büro zu brainstormen. Telefon­konferenzen sind keine lästigen Meetings mehr, bei denen man so klingen muss, als wäre man innerlich nicht komplett tot. Nein, es sind Gespräche mit vie­len Freunden auf einmal.

Ich schlage „Überarbeitung“ nach und lese: „Du hast Burnout? Mach doch Yoga!“

Das Buch sagt, man habe nicht einfach nur einen Job, man ist sein Job. Und es geht nicht dar­um, einen Job zu finden, der einem eine finanzielle Grundlage bietet, sondern darum, einen Job zu fin­den, der zu einem passt, wie eine Ernährungsweise oder ein Lebenspartner. Deshalb sei Ehrlichkeit auf dem Arbeitsmarkt auch so wichtig.

Ich denke, Ehrlichkeit kann dann ja nicht scha­den und schreibe meine Bewerbung:

„Hallo!

Bitte gib mir einen Job!

Ich habe gerade mein Studium abgeschlossen, aber statt Erleichterung stellt sich langsam Panik vor mei­ner kompletten Verarmung ein. Hiermit möchte ich diese Panik beenden und mich bei Ihnen um eine Stelle als Grafikerin bewerben. Ich bin sehr kreativ und denke auch gern über den Tellerrand hinaus. Zum Beispiel habe ich nur noch Pappteller Zuhause, damit ich nie wieder abspülen muss.

Ich integriere mich schnell in ein Team, sofern das Team kein Problem damit hat, sich von mir he­rumscheuchen zu lassen. Selbstständiges Arbeiten fällt mir schwer, da ich gerne Bestätigung und Rück­meldung bekomme, bevor mir mein Vorgesetzter am Abgabetag sagt, dass ich bitte alles nochmal neu machen soll.

Dafür bin ich belastbar, sofern genügend Ko­kain vorhanden sein sollte.

Meine besonderen Begabungen: Ich habe einen PKW-Führerschein, auf meine Qualität als Fahrerin sollten Sie aber lieber nicht bauen, da ich regelmäßig Cannabis konsumiere.

Ich hatte drei Jahre Latein. Falls also plötzlich die Überreste alter Römer aus ihren Gräbern steigen sollten, könnte ich vermitteln.

Über eine Einladung zum Bewerbungsgespräch würde ich mich ganz sicher nicht freuen, da muss man sich verkleiden und heucheln und sowas…

Schreiben Sie mir bei Interesse einfach auf WhatsApp.“


Zwei Jahre später.

„Für wen war die Pommes rot-weiß?“

„Hier!“, kräht ein kleiner dicker Mann und nimmt mir die Schale ab.

„Na, na, na“, tadelt mein Vorgesetzter, ein 17-jähriger BWL-Student, „bitte mit etwas mehr Hingabe! Du willst doch auch irgendwann eine Empfehlung von mir, damit du mal was Richtiges werden kannst, oder nicht?“

Ich sage ihm, dass es kein richtiges Leben im Falschen gibt. Und dann singe ich Berthold Brechts „Einheitsfrontlied“:

Und weil der Prolet ein Prolet ist,
drum wird ihn kein anderer befrei´n,
es kann die Befreiung der Arbeiter
nur das Werk der Arbeiter sein.
Drum links, zwei, drei!
Wo dein Platz, Genosse, ist!
Reih´ dich ein in die Arbeitereinheitsfront
Weil du auch ein Arbeiter bist.

Kinderwunsch

Von Malte Küppers

Der größte Wunsch meiner Mutter ist es, Oma zu werden. Das macht ihr auch ziemlich zu schaf­fen, da dies ein Ziel ist, welches sie alleine nicht er­reichen kann, es sei denn, sie würde sich strafbar machen…

Darum übt sie seit einigen Jahren dezent Druck auf mich aus, wann es denn bei mir so weit sei und ich endlich mal Vater werden würde. Nun ja, ent­gegne ich dann meistens, ich brauchte dafür erstmal eine potentielle Mutter, was derzeit nicht der Fall ist, und allgemein könnte das schwierig werden. Ich meine, ich lebe in Duisburg, wenn man sich dort schonmal umgeschaut hat, weiß man, was ich mei­ne. Aua.

Ich verstehe daher nicht so ganz, weshalb Mama ihre Hoffnungen nicht in meine kleine Schwester setzt, die ist immerhin in einer festen Beziehung mit diesem Bernd. Okay, Bernd ist ein Teddy und meine Schwester gerade acht Jahre alt, aber hey, was solls?

Doch nein, ihre Hoffnungen liegen allein auf mir. Mutter ist sogar so verzweifelt, als vor zehn Jah­ren Australien Männern das Angebot machte, diese als Samenspender für eine Woche einzufliegen, um dort drei Mal in einen Becher zu ejakulieren, wollte sie mir das unbedingt andrehen. Ihr war es also lie­ber, irgendwo massenhaft Enkelkinder in Känguru­beuteln aufwachsen zu lassen, als gar keine Oma zu werden.

Ich habe das natürlich nicht gemacht, denn wenn ich schon Vater werde, dann will ich auch der beste Vater des besten Kindes sein, den diese Welt je gesehen hat!

Das fängt schon bei der Namenswahl an. Natürlich muss es ein Doppelname sein. Wenn Eltern heutzutage etwas auf sich halten wollen, dann werden die Doppelnamen ausgepackt und zwar richtig gute, nicht so asozialer Quatsch wie zum Beispiel „Malte Arnold“ – Danke, Mama! – nein, trendige Kinder werden nach einer Stadt benannt. Sowas wie Paris oder London. Da ich einen Jungen zeugen werde, zu etwas Komplexerem sind meine Gene nämlich nicht in der Lage, lautet sein erster Name also Castrop!

Als zweiten Namen brauche ich jetzt noch ein wohlklingendes Wort aus einem fernen Land, das beim Aussprechen wie Musik in den Ohren erklingt. Ein Wort, das Wärme und zeitgleich auch unfass­bare Coolness ausstrahlt, ein Wort, dem man alles zutraut und es trotzdem einfach nur knuddeln will. Sein zweiter Name lautet Pingviini! Das heißt Pin­guin auf Finnisch…

Das klingt doch wirklich mehr als süß, oder? Castrop-Pingviini Küppers! Mit diesem Namen sind die ersten Hürden des Lebens schon gemeis­tert, er weckt Interesse, aber macht es dem Kleinen im Leben auch nicht zu leicht, er wird kein Justin, aber eben auch kein Sören…

Wobei diese Überlegung nun aber in mir die Frage aufkommen lässt, was mit einem Kind pas­siert, das Justin-Sören heißt; wahrscheinlich rülpst es alle Symphonien von Mozart, Beethoven und Chopin zusammen oder es explodiert einfach, wie Kinder das halt so machen.

Doch zurück zum kleinen Castrop-Pingviini! Der soll es wie gesagt nicht zu leicht im Leben ha­ben, ich habe keine Lust auf so ein weißes Mittel­standskind, das ohne Probleme durchs Leben zieht und am Ende so ein kleines, prätentiöses Arschloch mit 1er-Abitur wird! Nein, es sollte schon einer Min­derheit angehören, um alle Widrigkeiten des Lebens mitzunehmen. Die Frage ist nur, wie ich das am ein­fachsten erreichen kann.

Ich habe mal von einem weißen, britischen Pär­chen gelesen, welches ein schwarzes Kind bekam. Die Frau erklärte ihrem Ehemann den Sachverhalt so, dass sie während der Schwangerschaft einfach unfassbar viel Lakritz gegessen habe, was die Haut­farbe des Kindes nachhaltig veränderte! Klingt lo­gisch und auch für mich nach einem guten Plan.

Aber was passiert eigentlich, wenn Castrop- Pingviinis Mama etwas anderes als Lakritze essen würde? Nehmen wir zum Beispiel täglich eine gute Dosis Kartoffeln, dann wird´s wahrscheinlich ein Nazi, oder täglich ein Glas Chilischoten, vielleicht gebärt sie dann einen kleinen, feuerspeienden Drachen.

Das wäre eigentlich genau mein Ding, mein Sohn, Castrop-Pingviini Küppers, der kleine Dra­che! Ich würde ihm schon früh zeigen, dass er alles werden kann, was er sich nur vorstellt, genug Mate­rial dafür gibt es ja: Ein Feuerwehrmann wie Grisu, unsichtbar wie Elliot, das Schmunzelmonster, ein langweiliger Gutdrache wie Tabaluga oder unfass­bar reich wie Smaug.

Natürlich tue ich alles für letzteres, weil es auch um meine Rente geht, aber er soll immerhin glau­ben, dass er da eine Wahl hat, das ist wichtig für seine Entwicklung.

Ich freue mich jetzt schon darauf, nie wieder ewig den Grill anzuzünden, wir brauchen auch de­finitiv ein Haus mit Kamin und wer uns das nicht kostengünstig bauen will, der wird einfach flambiert. Dabei überlasse ich es dann auch Castrop-Pingviini, ob er die geschmorten Bauarbeiter fressen möchte oder nicht.

Es ist nämlich meines Erachtens nach wichtig, dass Kinder aus erster Hand erfahren, wo ihr Essen herkommt, um dann selber zu entscheiden, ob sie auf Fleisch verzichten wollen oder nicht.

Wie wohl die Geburt wäre, wenn Castrops Mama, wer auch immer sie am Ende sein mag, im Kreissaal liegt und unter Schreien schießt ein Feuerschwall – WUSCH – zwischen ihren Beinen hervor, setzt Arzt und Hebamme in Brand, während ich mit einem Netz danebenstehe, um den panisch davonfliegenden Castrop möglichst kompetent einzufangen. Da bekommt diese Plakatwerbung: „Brennts im Schritt?“, direkt eine ganz neue Bedeutung.

Die Kinnlade meiner Mutter sinkt auf den Tisch, ich glaube, sie mit meinen Ausführungen ein wenig, vielleicht auch komplett, verstört zu ha­ben. Langsam und behutsam stellt sie ihre Kaffee­tasse liebevoll auf den Küchentisch, in der, soweit ich das mitbekommen habe, mittlerweile deutlich mehr Schuss als Kaffee enthalten ist. Mama steht stillschweigend auf, verlässt die Küche und geht mit schnellen Schritten ins Zimmer meiner Schwester. Während ich mir selbst einen Kaffee einschenke, höre ich zwei Zimmer weiter meine Mama in ruhi­gem Ton: „Also Kleine, wenn ein Mann und eine Frau sich wirklich gaaaanz doll lieb haben…“

Am Ende ist alles gut

Von Marina Sigl

„Am Ende ist alles gut. Und wenn nicht alles gut ist,
ist es noch nicht das Ende.“

Dieser Spruch ist mit einem wunderschönen Holzsteg hinterlegt, der über aquamarinfarbenem Wasser dahinschwebt und scheinbar bis zum Hori­zont reicht, wo gerade eine goldene Sonne dabei ist, im Meer zu versinken. Die Wolken um sie herum sind in sanfte Orange- und Rottöne gehüllt.

Da denke ich mir, dass dieser Spruch ja irgendwie wahr sein muss, wenn er auf einer dieser in spirierenden Postkarten steht. Doch falsch gedacht. Der Spruch ist nicht nur an sich falsch, sondern auch unglaublich verwirrend.

„Am Ende ist alles gut.“ Was ist überhaupt mit diesem Ende gemeint? Das Ende des Lebens? Wenn dort alles gut ist, dann habe ich ja jetzt, in der Ge­genwart, nicht unbedingt etwas davon. Das Ende des Tages? Sicherlich nicht, dann liegen abends alle eine Minute vor Mitternacht im Bett und es will ein­fach nicht nach 23:59 Uhr und der nächste Tag werden, weil irgendwer irgendwo Bauchschmerzen hat und deshalb eben nicht alles gut ist. Dabei hat dieser Idiot wahrscheinlich einfach zu viel gegessen und trägt die Schuld für seine Schmerzen ganz alleine…

„Und wenn nicht alles gut ist, ist es noch nicht das Ende.“ Das soll mal jemand Leonardo DiCaprio am Ende von Titanic erzählen. Rose liegt auf ihrem rettenden Holzstück, auf dem beide eigentlich genug Platz ge­habt hätten und er – naja, wir wissen schließlich, wie diese Geschichte ausgeht…

Oder das Ende von Aschenputtel: Das arme Mädchen heiratet am Ende zwar ihren Prinzen, aber damit auch den Mann, der sich nach einer ganzen gemeinsamen Nacht voll Tanzen und Spaß nicht einmal ihr Gesicht merken konnte und zu blöd war, das Blut der Stiefschwestern in einem gläsernen Schuh zu sehen.

Vor allem, wann genau ist alles gut? Ist es schon gut, abends allein Zuhause zu sitzen und ein Dach über dem Kopf zu haben? Oder bin ich ab sofort verpflichtet, jeden Abend extrem viel Spaß mit mei­nen extrem tollen Freunden zu haben und dabei gu­ten Rotwein zu trinken, weil wir keinen schlechten mehr trinken dürfen, weil ja alles gut sein muss?

Ganz ehrlich, es muss doch nicht immer alles gut sein.

Manchmal ist es doch auch ganz schön, wenn einmal etwas bergab geht; zum Beispiel der Weg beim Radfahren, die Rutsche im Freibad, die Pis­te beim Skifahren oder eben die vielen Ansprüche an sich selbst. Schließlich ist es viel entspannender dann auszuschlafen, wenn es beispielsweise mit dem Anspruch, dieses Semester wirklich ordentlich zu studieren, auch ordentlich bergab geht.

„Am Ende ist alles gut. Und wenn nicht alles gut ist, ist es noch nicht das Ende.“ Dieser Spruch steht nicht auf dieser Postkarte, weil er wahr ist und genauso we­nig, weil er irgendwie inspirierend ist. Er steht dort, weil in unserer Gesellschaft alles darauf ausgelegt wird, dass wir weiter machen, egal was passiert.

Wenn man morgens vor Übermüdung beinahe nicht mehr aus dem Bett kommt, trinkt man halt zwei Tassen Kaffee mehr. Wenn man auf der Arbeit nicht mit seinem täglichen Pensum fertig wird, wer­den einfach Überstunden gemacht, am besten un­bezahlt. Sollte man dann Familie, Freunde, Arbeit, Freizeit, Sport, Partnerschaft und Hobbys nicht unter einen Hut bekommen, hat man einfach Pech gehabt und auch irgendwie versagt.

Wir funktionieren und funktionieren und funk­tionieren und funktionieren und funktionieren und dann gehen wir kaputt.

Denn es ist egal wie gut wir funktionieren, wir genügen nie den Ansprüchen der anderen – gele­gentlich nicht einmal unseren eigenen. Wir glauben nicht mehr an uns selbst, stehen im Angesicht von Papierbergen aus Erwartungen und ernähren uns von Arbeitsstunden. In einer Flut von Menschen, die alle auch gut sein wollen, versuchen wir pro­fessionell und kompetent ein Schiff aus auswendig gelerntem Wissen zu konstruieren. Dabei vergessen wir leider, dass beispielsweise die Titanic von Pro­fis, die Arche Noah aber von einem Amateur erbaut wurde.

Auch wenn man nicht der oder die Beste in ir­gendetwas ist, das man gerade tut – solange es Spaß macht, ist das doch okay. Sollte dann etwas Gutes dabei entstehen – bestens! Und wenn, wie bei mei­nen Kunstprojekten früher in der Schule, eher so eine 4+ herauskommt, dann ist das schließlich auch noch ausreichend. Man darf sich doch auch mal doof anstellen, jeder von uns lebt schließlich zum ersten Mal.

Wenn ich ganz ehrlich bin, die wenigen Men­schen, die tatsächlich etwas am besten können, tun mir sogar ein bisschen leid. Schließlich gibt es ir­gendwo einen Menschen, der das beste Schweizer­deutsch der Welt spricht – verstehen werden wir ihn deswegen aber trotzdem nicht. Außerdem gibt es irgendwo auch einen Menschen, der am besten darin ist, seine Eltern zu enttäuschen. Oder einen Menschen, der sich am häufigsten den kleinen Zeh an der Tischkante stößt. Von Legosteinen möchte ich gar nicht erst anfangen…

Man muss nicht in allem gut sein und vor allem nicht der oder die Beste. Lieber einen Time-Out als einen Burn-Out. Lieber anhalten und wieder voll­tanken als ein Motorschaden mit 180 km/h auf der Autobahn. Lieber auf sich selber hören und wem auch immer sagen, dass du jetzt einfach mal machst, was dir gefällt, statt nur zu funktionieren.

Es ist einfach zu funktionieren, doch zu leben ist schwer – und vielleicht solltest auch du darüber einmal nachdenken. Richtig zu leben erfordert die Stärke, zu dir selbst zu stehen. Und wenn du dich dann irgendwann selbst sagen hörst: „Nein! Oma, ich möchte wirklich keinen Nachschlag mehr“, dann schaffst du es sicherlich auch, nein zu anderen Menschen zu sagen, schließlich ist alles leichter als Essen bei Oma abzulehnen…

Wenn ich irgendwann einmal in die Lage kom­me, eine inspirierende Postkarte zu schreiben, dann werde ich daran denken, dass sogar Einstein anfangs im Patentbüro arbeiten musste, weil er zu unkon­ventionelle Physik gemacht hat. Und dann möchte ich als Hintergrund keinen karibischen Strand mit Sonnenuntergang, sondern eine Kloschüssel – und als Spruch:

„Beschissen sein gehört dazu.“

Der Tag, an dem die Welt unterging

Von Ivica Mijajlovic

Ich wachte in meinem Bett auf, neben mir eine Flasche Rum. „Fuck, was ist gestern passiert?“, dachte ich mir und hörte erste Schreie. Ich ging zum Laptop und versuchte, mich mit dem Internet zu verbinden: Es ging nicht. Ein zweiter Versuch: Es ging nicht. Ich hörte wieder Schreie.

Ich nahm mein Handy, versuchte auf Whats- App zu kommen – keine Verbindung möglich. Das kam mir alles komisch vor, ich ahnte Schlimmes und schaltete den Fernseher ein. Dort sah ich Ange­la Merkel in einer Sondersendung. Sie erklärte, dass wohl jemand das Internet entführt habe und eine Sonderkommission den Fall gerade gründlich unter­suche.

War es ein Terroranschlag? War es der IS, Horst Seehofer oder doch die Illuminaten?

Ich ging vor die Tür und sah die Apokalypse. Männer irrten verloren auf den Straßen herum und bettelten – nach Pornos. Junge Frauen boten ihren Körper an – für freies W-Lan. Rechte Idioten zo­gen durch die Straßen und brüllten ihre Scheiße frei heraus, da sie diese jetzt nicht mehr auf Facebook publizieren konnten. Teenager verloren ihr komplet­tes Selbstbewusstsein ohne die Likes, Herzchen und Kommentare ihrer Selfies.

Man konnte sich keine lustigen Katzenvideos mehr ansehen. Film- und Serienfreaks protestierten auf den Straßen: FREE NETFLIX! Donald Trump wurde depressiv, weil er nicht mehr twittern konnte! Youtuber und Blogger verloren ihren Job, LeFloid und Bibi begingen sogar sofortigen Selbstmord. Jahrelange Beziehungen gingen in die Brüche, ohne WhatsApp war Kommunikation miteinander nicht mehr möglich. Auch jemanden kennenzulernen ging nicht, wie denn – ohne Tinder? Was soll man machen? Einfach jemanden ansprechen?

Referate mussten abgesagt werden – ohne Wikipedia schlicht unmöglich. Dickpicks mussten nun mit der Post versendet werden. Serienjunkies zogen durch die Straßen und plünderten bei Media Markt die neusten Staffeln von Game of Thrones. Frauen verloren kreischend ihren Verstand – so ganz ohne Zalando. Junge Männer sahen nach jahrelangem Exzessivspielen von World of Warcraft das erste Mal wieder Sonnenlicht.

Die Menschen waren orientierungslos, keiner wusste mehr wohin – das ist auch schwierig ohne Google Maps. Alle waren unglaublich sauer, aber keiner konnte seine Gefühle ausdrücken. Wie denn auch, ohne Emoticons?

Gauland trat im ZDF auf und hetzte: „Das wa­ren sicher die Moslems. In W-Lan sind drei Buch­staben ‚Lan‘. Wenn das mal kein Zeichen ist!“

Die Bitcoins fielen rapide ab, Amazon und Facebook gingen pleite. Es gab die größte Suizid­welle seit dem Ende von Tokio Hotel. Überall herrschte pure Anarchie, das Leben von uns allen wurde verändert, außer das von meinem Vater, der hielt das Internet sowieso schon immer für eine Modeerscheinung…

Krisensitzungen wurden abgehalten, um das Internet zu finden, doch ich wusste, diese Idioten verstehen es nicht. Ich musste wohl mal wieder die Welt retten, denn ich wusste gleich, wer dahinter­steckt: Es war die Zeit – diese alte Bitch.

Die anderen hatten es nicht verstanden, ich da­für sofort: Das Internet hat uns allen so viel von ihr geklaut, da rächte sich die Zeit und entführte das Internet. Ich kannte die Zeit schon lange, sie war ein wenig wie eine alte Freundin, doch irgendwann habe ich sie aus den Augen verloren.

Also suchte ich die Zeit überall, wo sie mal an­hielt, an diesen wundervollen Orten, wo sie mal stillsteht und wir abschalten können.

Ich suchte sie in unserer Lieblingsbar, in der wir uns oft zusammen betranken. Ich suchte sie in den Bergen, in denen ich sie oft am Horizont traf. Ich suchte sie am Meer, wo sie beim Rauschen der Wel­len einfach stillstand. Doch sie war nicht da, die Zeit war einfach verschwunden.

Es war, als würde die Zeit sich vor mir verste­cken, doch ich gab nicht auf. Ich fragte überall nach der Zeit, aber die Meisten sahen mich verständnislos an, andere gaben mir einfach eine Uhrzeit, als wür­de mir das helfen.

Da draußen herrschte das Chaos und die Zeit war einfach weg. Ich war an all unseren Plätzen, überall wo sie eigentlich stillsteht. Doch es war auch dort zeitlos. Ich gab auf und ging nach Hause.

Einige Zeit verging und wir leben nun in einer anderen, aber vielleicht besseren Welt.

Die Menschen schreiben sich wieder Briefe. Auf Partys schauen sie einander an, nicht mehr nur ihre Smartphones. Gespräche werden unter vier Augen und nicht über ein Display geführt. Wenn man je­manden kennenlernen will, spricht man die Person einfach an. Wildfremde Menschen reden wieder miteinander. Die Kinos sind wieder voll mit Men­schen, die den Film genießen möchten. Die Men­schen lesen wieder Zeitungen – und es ist nicht die BILD. Auch lesen die Menschen wieder Bücher, wie früher, auf Papier. Musikalben kann man wieder an­fassen und spät in der Nacht laufen im Fernsehen wieder Pornos.

Kinder spielen wieder auf den Straßen und nicht vor einem Monitor. Beziehungen enden nicht mehr, weil die Nachricht gelesen, aber nicht beant­wortet wurde.

Beziehungen werden nun im echten Leben und nicht auf einem Display geführt. Niemand ist mehr dauernd erreichbar und die NSA ist depressiv, weil sie keinen mehr überwachen kann.

Ich war in meiner Lieblingsbar im Barfly. Nach meinem circa dritten bis siebten Jameson Cola sah ich sie auf einmal. Die Zeit saß einfach da, in unse­rer alten Ecke. Ich ging auf sie zu.

Details

Seiten
0
Erscheinungsform
überarbeitete Neuauflage
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783982035826
ISBN (Buch)
9783982035802
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v943403
Schlagworte
Textsorbet Poetry Slam Textsammlung Poetry Slam Text Slam Poetry Poetry Slammer Bühnenkunst Anthologie Sammlung Bühnentexte Poetry Buch

Autoren

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Titel: Textsorbet - Volume 1